Meine kleine Japanerin sucht einen neuen Freund

Leider, ja wirklich leider muß ich sie doch hergeben. Platzgründe und Zeitmangel, das leidige Thema eines Werktätigen… Deshalb sucht meine kleine Japanerin nun einen neuen Freund.

 

Zum Verkauf: Kawasaki VN 800 B Classic

  • EZ 04/98, ca 69.000 km, Tüv 10/17
  • Reifen fast neu, 05/17, ca 600 Kilometer
  • Packtaschenhalter Chrom K-Drive
  • kleine Packtaschen anschließbar K-Drive
  • große Packtaschen anschließbar K-Drive
  • geschwungener Gepäckträger original Kawasaki
  • gerader Gepäckträger zur Montage an Sissybaraufnahme (für Topcasemontage)
  • Lederpacktasche für Gepäckträger
  • Werkzeugrolle
  • Sissybaraufnahme, original und Sissybaraufnahme Eigenbau, Sissybar
  • „King&Queen“ Sitzbank
  • Widebar (1100 mm) montiert; Original Lenker vorhanden, Zubehör-Riser, Original-Riser
  • Handgriffe Chrom; Originale vorhanden
  • Fussrasten Chrom ; Fahrer u. Sozius; Originale vorhanden
  • Sturzbügel montiert
  • Original-Auspuffanlage (Innenrohr klappert ein wenig wenn kalt, kann geschweißt werden)
  • Sportluftfilter montiert; neuer Papierfilter und Pflegemittel vorhanden
  • kleiner Heckumbau (Blinker und Kennzeichen versetzt, Kennzeichenhalter Alublock gefräst)
  • seitlicher Kennzeichenhalter (nicht montiert)
  • Lackstift, verschiedene Gemischdüsen für Vergaser (Umgedüst auf grössere Düse)
  • sonstige Kleinteile, B. neue Steuerkettenspanner
  • Chopperheber von Polo
  • Alle Papiere und Tüv-Berichte, Fahrerhandbuch, Werkstattrechnungen, zwei komplette Schlüsselsätze

VHB 2.950 Euro

Nur Abholung und unbedingt ein Begleitfahrzeug (Auto, nicht Mopped!) für das Zubehör mitbringen!

Das Problem mit der Sprechanlage

Bis jetzt ging es ohne Sprechanlage recht gut. Da wir ja keine Höchstgeschwindigkeiten mit unserer VN fuhren, konnten wir uns immer verständigen.
Aber unsere VN Mitfahrer meinten wir brauchen eine Sprechanlage z. B. für Kolonnenfahren oder für das Navi. Empfohlen wurde uns das Sena SMH5.
Also das Teil bestellt und gleich noch 2 neue Helme dazu.
Die Helme hat Louis natürlich nicht auf Lager, mussten wir bestellen. Kam natürlich in der falschen Größe, also wieder zurück. Aber jetzt stimmt alles.
Einbau ging ganz gut und jetzt müssen wir die Sprechanlage testen.
Gruß
Buehler (Rüdiger)

Mein persönliches Update pünktlich zur SST ;-)

Entlang der B500

Hallo liebe Freunde,
wie es der Titel schon andeutet ist hier von einer Veränderung die Rede. Was es damit auf sich hat lest ihr nun im Folgenden…

Frühling 2017: Überlegungen mit überraschenden Ergebnis

Eigentlich hatte ich es gar nicht so richtig auf dem Schirm und dann  ist es mir doch den Rücken runtergelaufen. 19, mein Mopped ist schon 19 Jahre alt. Gut der kleinen Japanerin sieht man es tatsächlich nicht an, gut gepflegt wurde sie immer, aber nichtsdestotrotz ein Jahr über Volljährigkeit.

Ich sitze also auf dem Mopped und fahre eine nette Hausrunde und überlege so vor mich hin und rechne mal durch. Also bis zur Rente wird sie kaum ohne größere Investitionen durchhalten, die Sitzbank kündet sich an, die originale Auspuffanlage sollte auch zur Revision, etc. und  dann müsste ich mich mit 65 trotzdem nach einer Neuen umtun. Nein, das geht zu lang bis dahin!

Also jetzt schon mal schauen was man denn so am Markt antrifft. Das Pflichtenheft ist schnell beisammen: Tourentauglich, soziaverträglich, schnell auf Tempo und schnelles Tempo, nicht zu hoch, nicht zu fett, eckentauglich und gerne auch einen eigenen Charakter. Ja und dann wäre da ja auch noch der Transport auf einem Anhänger wenn es mit dem Wohnmobil auf „Erkundungsfahrt“ geht. Oha, da fällt schon mal einiges aus dem Raster.

Hätte ich dann doch nicht gedacht, die ganzen fetten Eimer die da so gigantisch vor dem Eiscafé ihr Chrom zur Schau stellen sind allesamt nach Pflichtenheft ungeeignet. Zuviel, viel zu viel Speck an den Hüften wenn es in den 4-stelligen Hubraumbereich geht. Entweder ein kleiner Dreistelliger der auf dicke Hose macht wie eben schon meine Japanerin oder ein Riesentrumm der Sumoklasse, jede 100ccm-Dosis mehr kostet auch gleich glatt 10 Kilo Gewicht. Und vom Aufpreis nur für Unmengen an Plastik und Eisen gar nicht zu sprechen.

Ich taxiere mein Fahrerprofil. Ein Knieschleifer bin ich nicht aber ich zirkel auch gerne mal auf Straßen dritter Ordnung durch unbekanntes Terrain. Mal eher zahm mit Sozia, mal flotter wenn der Herr alleine ausreitet. Auch sind Alpenpässe aller Schwierigkeitsgrade im Tourenheft zu finden. Also kurzum, ein Sumoringer wäre falsch angelegtes Geld. Unauffälligen Wumms ohne allzuviel Mehrkilo mit kommoden Plätzchen für meine Frau, das wäre fein.

Mir bleibt nichts anderes übrig, ich muss das Portfolio erweitern. Also nachgedacht: Es gibt Chopper und Cruiser. Und es gibt Cruiser und Chopper. Irgendwie drehe ich mich im Kreis, ich muss das wohl anders angehen. Welche Moppedfirma hat überhaupt was im Portfolio das mich interessieren könnte, abseits der Sporttourer, Tourensportler, Reisedampfer? Harley? Unbezahlbare Sumo-Apothekerschaukel. Victory? Harley+. Indian? Harley++. BMW? Wir sehen uns wenn ich 65 bin. Kawasaki? Sumo. Yamaha? Sumo. Suzuki? Sumo. Honda? Langweilig. Entweder ist der Unterschied zu meiner Japanerin zu gering, die notwendigen Umbaumaßnahmen zu heftig oder die Eisenhaufen haben ernste Probleme mit ihrer Gigantomanie.

Kann doch nicht sein, oder? Leider wohl doch, die großen Player nichts für mich in ihren Verkaufshallen was das Pflichtenheft erfüllen könnte und dabei auch noch ein „Habenwill“ auslöst.

Also den erweiterten europäischen Markt abgrasen. Franzosen gibt es keine mehr. KTM? Nix passendes. Englands Triumph vielleicht? Auch hier kleinere Reihentwins oder eben… Sumo. In Italien vielleicht. Ducati? Zu sportlich. MV Agusta? Viel zu sportlich.


01. Juni: Das Kennenlernen

Und dann lese ich da diese Verkaufsanzeige. Lässig auf dem Seitenständer gelehnt, die Titten frech und chromblitzend aus dem mattschwarzen Lack in die Sonne gestreckt… Wie kann ich nur so blind sein und über alle diese japobritgermikanische Massenware diese „bella macchina“ übersehen?

Der Anruf ist schnell getätigt, ja sie ist noch da, also schnell mal den Stempel drauf gemacht und einen Besichtigungstermin vereinbart, parkt das Mopped der Begierde doch nur 45 Minuten weiter, eine schwungvolle Cruisertour über die schönen Schwarzwaldhöhen.

Hinterzarten Adlerschanze

Der Besichtigungstag, ich schnappe meine kleine Japanerin und fahre über die B500 nach Hinterzarten. Am Bahnhof unter der Adlerschanze noch einmal kurz aufs Handy geschaut, die genaue Ecke/Hausnummer abgecheckt und ein schönes Stimmungsfoto geschossen, da höre ich von weitem einen arttypischen Soundmix. Mmh, ja das könnte was sein. Der Besitzer wollte an diesem Tag noch eine frische Durchsicht und den Tüv machen lassen. Und tatsächlich fährt er just in diesem Moment von der Werkstatt zu sich nachhause und ich bekomme einen ersten Eindruck wie sie sich bei der Vorbeifahrt anhört und sie hört sich verdammt gut an.

Rauf aufs Mopped und die letzten Meter zurückgelegt. Und schon sehe ich sie in der Garageneinfahrt stehen, der Besitzer winkt freundlich und wir begrüßen uns wie wir es unter Choppertreibern immer tun, ist er doch ein Bruder, wenn auch aus der Harleygemeinde.

Etwas Smalltalk während eines Rundgangs um das Mopped und wir stellen schnell fest dass wir auf der gleichen Welle surfen. Also können wir das ganze Taktieren sein lassen. Ich hatte ihn gebeten das Mopped nicht zu putzen, wollte ich sie mir doch so ansehen wie er sie von der letzten Ausfahrt her stehen hat und das war in Ordnung, nur normaler Gebrauchsdreck von den letzten „ichweißnichtwievielen“ Kilometer. Kein Steinschlag an Fendern, Tank und Seitendeckel. Nur hat sie  kürzlich an Krümmer und Frontfender in der Garage stehend Blessuren abbekommen die aber nicht direkt im Sichtbereich liegen und am Gabelholm ist auch eine leichte Scheuerstelle, wurde wohl vom Putzteufel geritten. Die Reifen gehen voll in Ordnung und sind für mindestens noch eine Saison gut. Den Motor hatte ich ja schon gehört und stellte auch an den Krümmern keine Verfärbungen fest, also ist hier keine Überraschung zu erwarten. Was bei den wenigen gelaufenen Kilometern ja auch sehr verwunderlich wäre.

Ich eröffne ihm meinen unbedingten Kaufwillen und will an dieser Stelle verraten was es denn nun ist, man wird es schon geahnt haben.  Es gibt sie doch, die europäische Antwort auf die Eisenhaufen aus Milwaukee oder die Kopien aus dem fernen Nippon.

Einer der europäischen Tourer/Cruiser-Klassiker schlechthin, die Ikone aus Mandello del Lario, die Moto Guzzi California! Noch dazu in der Edition „Aquila Nera“. (schwarzer Adler, black eagle)

 


Fahren, fahren, fahren

Probefahrt auf der B500

Auf zur Probefahrt! Der Bruder hatte schon bei der Begrüßung entschieden das man dem etwas jüngeren gleichwohl auch schon ziemlich grauhaarigen Japsenschaukeltreiber die Cali überlassen kann und er sie dann auch wieder heile heimbringt.

Etwas höher ist sie ja schon, aber das Aufsitzen geht dennoch problemlos, beide Beine haben ausreichend Stand und das obwohl ich nicht gerade der Größte bin. Hat ja auch mal Vorteile, denn so finde ich mich bequem hinter den Zylinderköpfen zurecht. Schlüssel rum und die Einspritzpumpe meldet Bereitschaft. Ein Druck auf den Freudenspender und dann geht es los. Ich bin tatsächlich noch nie eine Guzzi gefahren oder habe mal eine angeworfen. Ich hatte ja so eine leise Ahnung, Kindheitserinnerungen an die Schraubernachbarschaft (LeMans I und II, California) und auch frisch angelesen was mich erwartet, aber das ist wirklich eindrucksvoll und eine Klasse für sich wie die California die Marschbereitschaft am Lenker anmeldet.

Gut, diese Hürde genommen ohne Schwächen gezeigt zu haben. Und schon wartet die nächste Herausforderung, Trittbretter und Hackenschaltung! Noch nie so gefahren, erstmal ersten Gang rein das geht ja noch normal und losgerollt. Nach ein paar Meter einfach mal an der Kupplung gezogen und beherzt den Hacken eingesetzt. Na geht doch und gleich nochmal und wir schlängeln uns durch das Städtchen hinaus auf die Bundesstraße. Eine beeindruckende Geräuschkulisse begleitet mich. Ich versuche in den Treibling hineinzuhören. Auch hier habe ich mir Einiges angelesen aber in echt ist das noch einmal etwas ganz anderes. Was man den Japanern mühsam mit Zubehör versucht anzutrainieren, hat die California ab Werk. Charakter! Die Vibrationen gehen durch und massieren vom ersten Meter an die Seele. Das Adagio des Bläserchors lässt die Gäste vor dem Eiscafé aufschauen, aber micht weil sie sich gestört fühlen, sondern schauen interessiert dem Verursacher der Klangkulisse nach.

Auf der Bundesstraße geht es erstmal ganz gemütlich und ich teste die Integralbremse, auch das ist ein Novum für mich wie die Fuhre so verzögert, also einen Merker setzen nicht allzu feste aufs Pedal treten wenn es nicht notwendig erscheint.

Aber ich will ja nicht bremsen sondern fahren. Endlich ein paar Kilometer freie Bahn und den Quirl gedreht, das Bläserensemble quittiert es mit crescendo in ein forzatissimo. Hinterm Windschild ist es doch recht angenehm, bin ich nicht gewohnt und muss ich erst abchecken ob ich das so will. Aber man ist ja lernfähig, das ist erstmal egal. Der Treibling sorgt für guten Vorschub und der erste Kurvenswing geht locker von der Hand. Wobei ich bemerke das ich mich mit der Gangabstufung wohl neu einfuchsen muß. Meine kleine Japanerin ist nun wohl kein Kurvenwunder geht aber für einen Cruiser schon ordentlich ums Eck. Mit 30 mm kürzeren Nachlauf und 40 mm geringerem Radstand sollte die California dies aber einen Ticken besser können, was ich jetzt ohne große Eingewöhnung als gut einschätze. Das Fahrwerk ist ausgewogen und neutral. Komplett einstellen lässt sich die Fuhre samt Lenkungsdämpfer, sie gibt sich bei der Probefahrt unauffällig und eher soft abgestimmt. Das werde ich vor der ersten Tour noch testen, ich denke prinzipiell mit etwas härterer Grundabstimmung wollte ich sie schon treiben.

Und dann ist da ja der mir noch unbekannter Kardan statt der sonst üblichen Kette oder Riemen. Aber auch hier ist alles im grünen Bereich, keine auffällig nervigen Lastwechselreaktionen. Die fehlende Momentabstützung mag man anmeckern, mir hat sie nicht gefehlt.

So genug des Pflichtenheftes und in mich hineingehört. Schon beim Aufsitzen sind mir die Lenkerenden lässig-sympathisch entgegengekommen. Die Sitzhöhe passt und der Kniewinkel ist für mich angenehm. Das Sitzplätzchen ist gerade richtig gepolstert und ausgeformt. Ein bisschen zurechtruckeln und ich sitze perfekt im Motorrad. Die Ingenieure aus Mandello hatten mich wohl schon im Auge. Auch das Soziuspolster verdient diesen Namen und ist eben kein Sparbrötchen wie man es bei manch anderen sonst sieht. Okay es ist nicht ganz so sofamäßig wie bei der „King&Queen“ meiner Japanerin, aber ich denke meiner Frau wird es passen. Das fette Grinsen auf meinem Gesicht ist echt und langanhaltend.


Die Entscheidung

Kann man stilvoller durch Regionen, wie Schwarzwald, Allgäu oder Südtirol cruisen, als mit einer Moto Guzzi? Kann man authentischer Pässe wie Stilfserjoch, Timmelsjoch, Penserjoch hochklettern? Nein! Also her mit dieser California, die Entscheidung ist gefallen.

Gerade erst eingefahren (12.500 km) ist sie auch jung an Jahren (Modell 2010, EZ 2011). Ein bisschen Tüttelkram hat sie, wie ein kleines und ein hohes Windschild (Moto Guzzi),  abschließbare Lederpacktaschen von WestStar und Sturzbügel, Packtaschenhalter, Gepäckbrücke von Hepco&Becker. Fast eine Classic-Variante, nur eben in mattschwarz.

Es gibt also keine wesentlichen Angriffspunkte die nicht vorab schon geklärt gewesen wären um großartige Verhandlungen anzustellen. Der Kaufpreis ist sehr fair. Wenn ich bedenke was ich bei einem Händler dafür abdrücken müsste, sofern er denn je eine Cali Aquila Nera zum Verkauf hätte… fast schon unverschämter Freundschaftspreis. Also per Handschlag besiegelt und Vertrag gezeichnet.

Abschließend noch die beiden Harleys des Bruders gebührend begutachtet und bequatscht und unsere jeweiligen Stammtischdaten ausgetauscht.

Benvenuto Moto Guzzi California Aquila Nera!

Übergabe des Staffelstabes: Kawa VN 800 und ihr Nachfolger Guzzi California im Tourentrim

Natürlich kenne ich die Schraubergeschichten die man sich über Moto Guzzi erzählt. Das die Fahrt zur Arbeit mit abgefallenen Blinker belohnt wird zum Beispiel. Die meisten Fälle sind wohl nacherzählt oder schlichtweg Versagen des Treibers. Tatsächlich habe ich in den Jahren schon einige Moppeds mit akutem Gebrechen am Strassenrand gesehen und bisher war noch keine Guzzi darunter (auch nur eine einzige Harley, das nur am Rande).
Trotzdem habe ich darauf geachtet das die Durchsichten und Inspektionen bis zum Kauf alle im Kundenheft eingetragen sind. Im Gegensatz zu einem Japaner will ich hier beim Gebrauchtkauf kein Auge zudrücken.

02. Juni: Nachhause

Einen Tag später habe ich sie überführt. Bares gegen Wahres und mit freundlicher Zuhilfenahme der Zulassung des Verkäufers. 50 Kilometer die erste Fahrt über den Schwarzwald zum näheren Kennenlernen. Zuhause in der Garage war dann großer Putztag (Mattlack, penibelste Sauberkeit) und technischer Dienst angesagt. Tatsächlich konnte ich weiter keine Auffälligkeiten feststellen und montierte auch sogleich das Topcase um die California in den Tourentrim zu bringen mit dem ich samt Frau zumeist unterwegs bin.
Den darauffolgenden Werktag nutzte ich um bei der Zulassungstelle die VN ab- und die California anzumelden. Netterweise und gegen entsprechend entrichteter Gebühr konnte ich das Kennzeichen freisetzen lassen und direkt an der California weiterverwenden.

Aus der Guzzisti-Datenbank zur letzten Motorenvariante:
„… Für die Saison 2006 wurde der California-Motor nochmals grundlegend überarbeitet. Zahlreiche Bauteile sind vom neuen Breva 1100 Motor übernommen, wie z. B.: Zylinderköpfe, Zylinder, Kolben, Stößelstangen, gesinterte Ventilführungen und Ventilsitze sowie die Nymonic- Auslassventile. Der neue California-Motor wurde thermisch optimiert und hat an Laufruhe gewonnen. Die Zündanlage und die Schwungscheibe wurden neu konstruiert. Eine neue Doppelzündung mit geändertem Kennfeld sorgt zusammen mit neuen Micro-Einspritzdüsen für optimale Kraftentfaltung, saubere, gleichmäßige Verbrennung und einen vibrationsarmen Motorlauf. Mit dem Einsatz der Bauteile aus der Breva 1100 ist Moto Guzzi wieder zu dem über Jahrzehnte bewährten Prinzip der mechanischen Ventilsteuerung zurückgekehrt…“


Mit einer kleinen Träne

Beide haben was…

Nun steht sie also da, die Japanerin, vom Kennzeichen befreit, traurig in der Ecke und denkt ich hätte sie nicht mehr lieb. Das ist aber nicht der Fall, ich habe sie immer noch sehr gerne. Ob ich sie abgebe? Gerne würde ich sie halten und ihr vielleicht einen neuen Style geben, doch in gute Hände werde ich sie geben. Denn der Platz ist beschränkt und mir fehlt es auch an der Zeit ein solches Projekt mit ihr zu gestalten. Und es wäre schade sie in der Ecke stehen zu lassen. Sie hat nämlich noch viele Kilometer vor sich, die sie gerne mit einem neuen Treiber und mit viel Spaß fahren würde.

 Dōmo arigatō Kawasaki VN 800 Classic!

08. Juni: Die erste Feierabendrunde mit der California

Die Sonne lacht und ich nehme mir eine Feierabendrunde vor. Die California mal über mir wohl bekanntes Terrain scheuchen und sie dabei näher kennenlernen. Hier im Schwarzwald gibt es so ein paar nette Sträßchen die gut dafür geeignet sind. Wie gibt sie sich das Landwassereck hoch, wie gut lässt sie sich das Bernecktal entlang zirkeln und was hält sie von den schnellen Kurven im Prechtal? Alles kein Problem, nun abgesehen davon das ich bei der ersten Runde ab und an noch einen Leerlauf gefunden habe wo eigentlich keiner sein sollte, da muß ich noch etwas nachdrücklicher beim Gangwechsel vorgehen. Wie ich es schon bei der Probefahrt vermutet habe, liegt die Wohlfühlgeschwindigkeit deutlich höher, das Eckenfegen kann mit größerem Nachdruck vorangetrieben werden.

Wo die Vulcan schon genervt mit den Rasten schraddelt, legt sich die California ohne mit der Wimper zu zucken und mit großer Lust noch deutlich tiefer. Gut sie ist kein Sportler, hätte ich das gewollt hätte ich mir was anderes gekauft. Aber die erste Vertrauensmaßnahme war erfolgreich und als Treiber kann ich mit den deutlich höheren Reserven sehr gut leben und auch wieder mein fahrerisches Können, nach acht Jahren choppern, trainieren.
Unangenehm am Schädel zerrt meine alte Römer-Halbschale wenn es über Hundert geht. Die Verwirbelungen des Windschilds machen sich bemerkbar. Ich hätte zwar einen kleinen Windabweiser für das Windschild aber der gefällt mir nicht sonderlichAlso habe ich es abmontiert. Was tun? Auf der Hälfte der Runde Einkehr bei Polo und eine neue Hohlraumversiegelung anprobiert und gekauft. Back to the roots, wieder zu Nolan zurückgekehrt. Seit seligen Mofatagen der Helmhersteller meines Vertrauens. Die alte Schale in das Topcase, der neue Brummer auf die Birne, nochmal 60 Kilometer zum Testen gedreht und tatsächlich ist nun ziemlich Ruhe. Zur SST montiere ich aber den kleinen Windabweiser da wir ein paar Kilometer auf der Autobahn fahren werden.
Abschließend an der Tanke einen Schnitt von 5 Liter errechnet, nicht schlecht. Ach ja die Reservelampe leuchtet schon bei noch 9 Liter im Faß: „Noch 150 Kilometer bis zum Nachschütten“, Zeit genug.

 15. Juni: SST

Heute beginnt das jährliche SST und ich bin schon ziemlich gespannt wie sich meine California zwischen all den Choppern und Cruisern von Kawasaki beim „Mopped gucken“ (Insider) so macht. Und ob meine Brüder mir nun arg böse sind.

Der erste Guzzista unter uns WildSouthCruiser…

Noch was zum Schmunzeln

Mopped huckepack auf Reisen

Hallo liebe Freunde,
heute vielleicht einmal einen kleinen Technikbericht über Transportmöglichkeiten des Bikers wahrer Liebe, das Mopped.

Neben der Leidenschaft des Moppedfahrens verbringe ich die Urlaube und Kurztrips ausschließlich mit dem Wohnmobil und ich habe mich jahrelang geärgert jedes Mal das Mopped mit einer kurzen Streicheleinheit verabschieden zu müssen. Es fehlt schlichtweg am Platz einen normalen Moppedanhänger unterzubringen und die Mietkosten rechnen sich 3 zu 1, das heißt dreimal gemietet entsprechen den Kosten der Anschaffung eines neuen Anhänger.

   Aber es gibt ja findige Hersteller, die Anhänger anbieten die angeblich in Windeseile auf- und wieder abgebaut und platzsparend in irgendeiner Ecke verstaut werden können. Das Konzept hat mich überzeugt, nur an der Kohle fehlte es etwas, da diese Trailer doch etwas teurer kommen als der Standard. Irgendwann hatte ich dann die Kohle zusammen und habe mir ein entsprechendes Exemplar bestellt.

Entschieden und bestellt habe ich dann diesen Motolug HDE Anhänger für schwere Moppeds der gleichnamigen Firma Motolug Limited.

Es gibt noch weitere Wettbewerber die ähnliche Konzepte zu vergleichbaren Preisen anbieten, maßgebend bei der Entscheidung für mich war der Kontakt und die Beratung.

Zusätzlich zum Anhänger habe ich mir eine Lösung für ein Stützrad einfallen lassen das standardmässig nicht angebracht werden kann. Die Lösung ist eine einfach Aufnahme die ohne Änderung/Bohrungen angeschraubt werden kann, kostengünstig und effektiv. 

 

 

 

Desweiteren ist eine Auffahrhilfenicht erhältlich und sollte noch miteinkalkuliert werden. Ich habe zunächst zwei kleine Laderampen gebaut und später aufgerüstet auf Alurampen. fünf, sechs Zentner zu schieben geht nicht und freihändig auf der schmale Rampe ohne Bodenkontakt in die Vorderradwippe fahren ist nicht meine Sache.

Die bisher gemachten Fahrten haben mich von dem Anhänger überzeugt. Er läuft sauber hinterher und schaukelt sich nicht auf. Gegönnt habe ich mir dabei die 10-Zoll Variante der Räder. Zwar ist der Auffahrwinkel etwas steiler aber beim Nachlaufen merkt man den Unterschied zu den Standard 8-Zoll.

Ein Tipp zum Verzurren: Ich verzurre die ungefederte Masse und nicht die gefederte, das heisst das Mopped schwingt verzurrt frei in den Dämpfern und es muß auch nicht nachgespannt werden, nachgeprüft werden bei jeder Pause muß es selbstverständlich schon. Beide Varianten werden diskutiert, ich halte mich da an den Vorschlag von Motolug und dem ADAC, wenn die Möglichkeit besteht, das Mopped an der ungefederten Masse zu verzurren, wie auf den Bildern ersichtlich.

 
So kann das Mopped jetzt sauber verstaut brav hinterhergezogen werden und ist immer dabei wenn wir auf Achse sind um neue Gegenden kennenzulernen und auf 2-Räder zu erkunden.
Aufbau und Auffahren des Moppeds habe ich in einem Video auf unserem YouTube-Kanal festgehalten.

Direkt zum Video